Bidspirit Auktion | Attischer rotfiguriger Glockenkrater des Malers


Attischer rotfiguriger Glockenkrater des Malers von Wien 1089. - Attischer rotfiguriger Glockenkrater des Malers von Wien 1089. 400 - 380 v. Chr. H 33,1cm, ø Mündung 33,4cm. Auf der Vorderseite in einem sehr schönen Zeichenstil Herakles bei den Hesperiden. Der jugendliche Held sitzt auf seine Keule gestützt auf seinem Löwenfell zwischen zwei der Nymphen, die den Baum mit den goldenen Äpfeln bewachen und in dieser Szene reiche Gewänder tragen und je ein Zepter halten. Links setzt der Götterbote Hermes mit Kerykeion seinen linken Fuß auf einen Felsen. Rückwärtig drei Manteljünglinge, der mittlere davon mit Strigilis, der linke mit einem Bürgerstock. Der untere Teil ist durch Fehlbrand sehr apart rötlich gefärbt. Mit Rechnung von 1984 und französischem Antikenpass (Kopien)! Aus Fragmenten zusammengesetzt, kleine Feststellen retuschiert. Beim attischen Dreistufenbrand folgen drei Phasen aufeinander. Zunächst ergibt sich während des Erhitzens eine oxydierende Phase, in der sich sowohl der Töpfer- wie auch der Malton (Schlicker) rötlich färben. Während der Abkühlung folgt dann zunächst eine kurze reduzierende Phase, bei der der Ofen geschlossen und die Luftzufuhr verhindert wird. In dieser färbt sich das ganze Gefäß dunkel, wobei der Malton versintert und danach unveränderlich schwarz bleibt. In der dritten, wiederum oxydierenden Phase öffnet man den Ofen wieder. Durch die Luftzufuhr verfärbt sich der Töpferton erneut rötlich, während der versinterte Malton schwarz bleibt. Diese Versinterung in der zweiten Brennphase hat offensichtlich bei unserem Krater im unteren Bereich nicht funktioniert, da sich der Malton in der dritten Phase wieder rötlich verfärbt hat. Zum Maler vgl. den namensgebenden Glockenkrater im Kunsthistorischen Museum, Wien 1089: Beazley Archive Pottery Database 260046. Vasenbilder wie auf dem Kelchkrater Musée du Petit Palais 327 (BAPD 218280) oder der Pelike Musée du Louvre MN734 (BAPD 230397) legen eine Interpretation des Bildes als Herakles im Garten der Hesperiden nahe. Provenienz: Aus französischer Privatsammlung, erworben 1984 bei Patrice Laporte, Paris.