Bidspirit Auktion | Max Beckmann


Max Beckmann - Max Beckmann: Monte Carlo. BECKMANN, MAX 1884 Leipzig - 1950 New York Titel: Monte Carlo. Datierung: 1936. Technik: Öl auf Leinwand. Maße: 64,5 x 107cm. Bezeichnung: Signiert und datiert unten rechts: Beckmann 36. Rahmen/Sockel: Modellrahmen. Die Arbeit ist im Online-Werkverzeichnis ”Max Beckmann - Catalogue Raisonné der Gemälde” unter der WVZ.-Nr. 438 aufgeführt (www.beckmann-gemaelde.org). Provenienz: - Atelier Max Beckmann - Barbara Kempner, Berlin/USA (direkt vom Künstler, 1936 bis um 1996) - Christie's, London, 9.10.1997, 5859. Auktion, Lot 210 - Privatsammlung Deutschland Ausstellungen: - Haus der Kunst, München 1968 (Aufkleber) - Musée d'Art Moderne, Paris 1968 (Aufkleber) - Palais de Beaux-Arts, Brüssel 1969 Literatur: - Göpel, Barbara und Erhard/Tiedemann, Anja: Max Beckmann. Catalogue Raisonné der Gemälde - www.beckmann-gemaelde.org [letzter Zugriff: 19.09.2023.] - Tiedemann, Anja (Hrsg.): Max Beckmann. Die Gemälde, Bd. 1 u. 2, Ahlen 2021, WVZ.-Nr. 438, Abb. - Erhard u. Barbara Göpel: Max Beckmann. Katalog der Gemälde, Bd. 1 u. 2, Bern 1976, WVZ.-Nr. 438, Abb. - Reifenberg, Benno/Hausenstein, Wilhelm: Max Beckmann, München 1949, WVZ.-Nr. 442 (hier betitelt mit ”Südliche Hafenstadt”) - Piper, Klaus (Hrsg.): Nach fünfzig Jahren. Almanach, München 1954, S.177, Abb. - Ausst.-Kat. Max Beckmann, Haus der Kunst, München 1968, Kat.-Nr. 59, Abb. (hier betitelt mit ”Südliche Hafenstadt”) - Ausst.-Kat. Max Beckmann, Musée d'Art Moderne, Paris 1968, Kat.-Nr. 61 (hier betitelt mit ”Port Méridional”) - Stehlé-Akhtar, Barbara: Wunschträume. Max Beckmann und die Cote d'Azur, in: Bucerius Kunst Forum, Hamburg 2003, S. 126-135 - Vgl. Ausst.-Kat. Max Beckmann. Menschen am Meer, Bucerius Kunst Forum, Ostfildern-Ruit 2003 - Herausragendes Beispiel für Beckmanns neue Lösungen für die Landschaftsmalerei - Motiv der Côte d'Azur als Metapher für das verlorene Paradies - Marktfrisches Gemälde mit lediglich zwei Vorbesitzern Als Max Beckmann 1936 begann, eine Reihe von Mittelmeerlandschaften zu malen, war er vom Süden weit entfernt, zuerst in Berlin, ab 1937 im Amsterdamer Exil, wo er zehn Jahre lang ausharren musste. Erst 1947 konnte er nach Amerika auswandern. Nachdem er Deutschland unter den ihm feindlichen politischen Verhältnissen 1937 verlassen hatte, betrat er nie wieder deutschen Boden. Der Süden Europas war sehr häufig das Ziel von Beckmanns Reisen gewesen. Zuerst kam er 1906 nach Florenz in die Villa Romana. 1913 besuchte er Venedig. Seit den 20er Jahren waren es die italienischen Küsten, die ihn anzogen und zu Gemälden und Papierarbeiten inspirierten. Im Jahr 1924 war Pirano bei Triest an der Adria das Reiseziel, danach fuhr Beckmann in die Badeorte in der Toskana, z. B. nach Viareggio, aber es ging 1925 auch nach Neapel, Rom und nochmals nach Viareggio. Ab 1930 hielt er sich an der französischen Mittelmeerküste auf, in Cap Martin, Pic d'Aigle, Nizza, Chateau d'If, Marseille, Saint-Cyr-sur-Mer. 1926 besuchte er Paris, Genua, Spotorno, es folgte 1927 Rimini. Von 1932 bis 1937 fuhr er nach Paris und erst 1938 wieder nach Bandol an die Mittelmeerküste. Nach dem Krieg besuchte Beckmann 1947 noch einmal Nizza, ehe er nach Amerika emigrierte. Während der Jahre nach 1936 entstanden nicht weniger als 23 Gemälde mit Motiven vom Mittelmeer. Nach der letzten Nizza-Reise 1947 entstanden noch drei weitere Gemälde. Das Motiv mit dem Jardin Exotique aus Monte Carlo ist aus der Verbindung von Erinnerung und Ansichtspostkarten der französischen Riviera entstanden. Aus dem Nachlass von Quappi Beckmann ist ein Stapel solcher Ansichten in das Münchener Beckmann-Archiv gelangt, die teilweise in Ausstellungskatalogen publiziert wurden (Hamburg 1998; Hamburg 2002/2003). Beckmann hat oft im Jardin Exotique gestanden, weil er den Garten sehr liebte und den Ausblick aufs Meer genossen hat. Das Gelände wurde 1933 eingeweiht und besteht aus Pflanzen und Kakteen aus aller Welt. Die Wege wurden mit Felsbrocken befestigt. Es gibt eine Grotte als besondere Attraktion und eine Terrasse, die einen besonders spektakulären Blick über Monte Carlo und das Mittelmeer bietet. Als Beckmann den Garten während der 30er Jahre besuchte, war die Vegetation wohl noch nicht so üppig wie später. Die Agaven im Vordergrund und die Aleppo-Kiefer rechts sind noch nicht so weit, wie auf späteren Postkarten zu sehen. Die beiden steinernen Gegenstände links wirken wie ein Säulenstumpf und der aufragende Block wie ein Felsstück, das noch nicht verbaut wurde. Neben der großen Agave in der Mitte erkennt man in Aufsicht Sitzbänke und einen Stuhl an den Beinen, die im Rasen stehen. Dieser Vordergrund, vom Sandweg begrenzt, verbirgt das abfallende Gelände, so dass sich der ferne Blick auf Stadt und Meer umso eindrucksvoller zur Tiefe des Raumes öffnet. Viele Abstufungen von Blau und Weiß suggerieren eine unendliche Weite, nicht unähnlich dem Mittelbild des Triptychons ”Abfahrt”, das 1935 vollendet wurde.